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Professionelles Web-TV schlägt User generierten Content

War das Internet und die sich über diesen Kanal rasend schnell verbreitenden Nachrichten und Inhalte für die Print-Medienwelt ein Erdbeben, so scheint es für das TV lediglich ein kleiner Wirbelwind gewesen zu sein. Warum?

Schauen wir uns erstmal die Print-Welt an: „20 Minuten" macht es vor und verbindet Online- und Print-Inhalte auf hohem Niveau miteinander. Die Anzahl der Meldungen, die Online verbreitet werden ist gigantisch hoch und die Leserschaft der Gratiszeitung im Schweizer Markt unvergleichlich. Hier funktioniert das Konzept, das „langsame", weil nur einmal täglich erscheinende Print-Produkt, durch das schnelle Internet aufzuwerten. Die User greifen dabei auf die professionellen Inhalte zu und konsumieren zudem die Inhalte aus Blogs und anderen Formen des „public journalism".

Nun aber zum TV-Markt. Grossspurig wird immer von der für die Medienwelt gleichkommenden Revolution „User-Generated-Content" (UGC) gesprochen - also von den Webinhalten, die die User selber erstellen und online-verbreiten. Es seien UGC für die User relevanter als professionell erstellte Inhalte. Wie oben dargstellt, für den Print-Bereich mag das gelten, für das TV jedoch nicht.

Glaubt man den Angaben des Marktforschers „Berstein Research" aus den USA, so liegen die UGC mit 28 Prozent deutlich hinter den klassischen Web-TV-Inhalten von Sendeanstalten und Nachrichtendiensten. Immerhin 58 Prozent der US-Konsumenten schauen regelmässig professionell erstellte Beiträge im Internet. Grund dafür: Die Sendeanstalten können auf die Durchdringung des Marktes mit digitalen Videorekorder oder Video-on-Demand-Services vertrauen. Denn durch diese Angebote können Konsumenten immer dann ihre favorisierten Inhalte anschauen, wann sie wollen. Zudem sind professionelle Inhalte auch glaubwürdiger. Man denke nur an die zahlreichen YouTube Video von den Protesten im Iran, bei denen nicht klar war, was Propaganda oder aktuell ist und was nicht.

Das bedeutet also, dass professionelle TV-Anbieter derzeit von der Web-Revolte noch wenig zu befürchten haben. Dennoch sollten sie ihr bestehendes Online-Angebot kontinuierlich ausbauen, um vor dem sicherlich eines Tages einsetzenden neuen Konsumverhalten der User zu profitieren.

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